
NEUES ZUHAUSE
Ich hatte mich schon fast mit dem Heim-Leben abgefunden. Ich teilte mit
der hübschen Susa meinen Gitterraum, eine Holzkiste, in der die Decke
abends von meinen Patenmenschen ordentlich gelegt wurde, ab und zu ein
neues Spielzeug, Leckerchen und Leberwurstbrot. Wenn der eine Patenmensch
nicht konnte, war der andere für mich da. Ich glaube, ich bin was Besonderes.
Ich hatte viele
Zweibeiner-Freunde. Leider war die Zeit mit ihnen aber nur kurz.
Meist waren Susa und ich einsam. Trotzdem waren wir froh, uns zu haben. Um so
schlimmer war es, als an einem Dezembertag Susa rausgeholt wurde
und nicht mehr zurück kam. Beim Spazierengehen sah ich ihre gebuddelten
Löcher und ich wurde immer wieder traurig.
Im Dezember ist es fast immer dunkel und kalt und ich war nun alleine. Meine
Menschen kamen auch nicht so oft. Alle Hunde waren traurig. Es muss wohl dieses
Weihnachten gewesen sein. Das sind schlimme Tage für Heimhunde. Dann wurde ich
auch noch krank, ich bin ganz dünn geworden und fühlte mich einsam, traurig,
schlapp.
Als das doofe Weihnachten
vorbei war, besuchten mich neue Menschen, die sich unseren Spaziergängen
anschlossen. Einen davon habe ich auf der Wiese ein bisschen Bällchen werfen
lassen. Anschließend waren wir im warmen Tortenraum und viele Zweibeiner kamen
dazu. Schade, dass ich noch krank war.
Der neue Zweibeiner, der so
gern mit dem Ball spielt hat mich den Sonntag in sein Auto
gelassen. Susa und ich saßen gern im Auto. Als es aber los fuhr, fing mein
Herzchen doll an zu schlagen.
Später stiegen wir aus u. gingen ins Haus. Ich war verunsichert und wich nicht
von der Seite des Zweibeiners. Abends, im Heim angekommen, träumte ich
von dem aufregenden Tag und wie es ist, ein richtiges Zuhause zu
haben, einen Menschen zu haben, der da ist, wenn ich schlecht träume,
Bauchschmerzen oder Angst vor dem Wind habe.
Am nächsten Tag war ich wieder
gesund. Der neue Mensch kam aber nicht mehr. Es kamen die anderen aus dem
Ausflugshaus, die sich des Öfteren unseren Spaziergängen angeschlossen haben .
Ich mochte sie sehr gern und ich glaube, sie mochten mich auch.
Am Samstag kamen sie dann mit dem verspielten Zweibeiner wieder. Ich freute
mich, hatte er mich doch nicht vergessen? Wir hatten alle zusammen einen
schönen Nachmittag und am Sonntag bin ich von dem zurückgekehrten Menschen
wieder zum Ausflug abgeholt worden.
Nachts im meiner Kiste träumte ich, auf dem Sofa zu liegen, an den Öhrchen
gekrault zu werden und im Näschen den Geruch von leckeren Zweibeinerfutter zu
haben. So stelle ich mir ein Weihnachten in schön vor, also für
glückliche Familienhunde.
Heute, 2 Tage später, sagt
mein Patenmensch zu mir „ Tschüß Engelchen, hab dich lieb, wir sehen uns“
hmm, was sollte das denn? *grübel* Dann sagte mein Patenmensch, wenn ich
brav schlafe und meine Decke nicht raus zerre, kommt morgen der liebe neue
Mensch wieder und lässt mich im Auto mitfahren
und wenn ich ganz lieb bin, wartet die restliche Zweibeinerfamilie schon mit
vielen Überraschungen auf mich und dann dürfte ich für immer dort
bleiben und ich würde als richtiger Familienhund das nächste
Weihnachten verbringen. Wow ! Ich schlafe jetzt brav, so lange bis ich abgeholt
werde.
Was soll ich sagen, ich war
wohl brav, denn ich bin aus dem Tierheim abgeholt worden und nicht wieder
zurück gebracht worden. Mein Mensch kommt von Euch, vom Tierdorf.de und die
anderen Menschen rufen ihn Dirk.
In meinem neuen Zuhause kann
ich im ganzen Haus rum laufen. Ich wohne in der erdebenen Wohnung, es gibt
keine Gitter und es ist immer schön warm. Manchmal scheinen Sonnenstrahlen
durch die Fenster und ich träume dann von dem Leben, welches ich nun
tatsächlich habe.
Wenn mein Dirk nicht zu Hause
ist, damit er für uns beide Geld verdient, gehe ich zu Oma und Opa eine Etage
höher. Die beiden habe ich auch sehr gerne und sie mich auch.
Dann hat mich noch jemand
gerne….*freu* und zwar eine gepunktete Lady. Wir haben uns von Anfang an gut
verstanden und besuchen uns regelmäßig.
Ihr lieber Menschen vom
Tierdorf, ich freue mich so sehr….

