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Heute ist der 24.12.2009, ich bin nicht im  Tierheim. Ich liege in meinem Körbchen, das mir von meinem geliebten verschwundenen Menschen gegeben wurde. Es stand immer in einer Lagerhalle, wo ich gewohnt habe. So ganz viel habe ich noch nicht erlebt. Ich lebte eben in der Lagerhalle und bin ab und zu spazieren gegangen. Mein Mensch war nicht schlecht zu mir, aber mir war doch schon sehr langweilig und ich war sehr viel alleine, aber ich liebte ihn. Er war mein Mensch.

Eines morgens war alles anders. Mein Mensch kam nicht zu mir um mir Futter zugeben und ich hatte kein gutes Gefühl. Dann packten die Arbeiter von dem Lager mein Körbchen ins Auto. Mich auch!  Sie brachten mich weg..

Ich hatte Angst und mein Gefühl wurde immer schlechter.

Dann bin ich in einem Heim für nicht geliebte, ausgesetzte und verlassene Hunde gekommen. Man steckte mich in einen Käfig und ich war nur noch traurig.. Neben mir waren überall Hundekollegen am bellen. Manche freundlich, manche anscheinend eher feindlich.

Was sollte ich  hier? Ich wollte hier nicht mein Leben verbringen. Ich entschied einfach nichts zu fressen und einfach nur im meinem Körbchen liegen zu bleiben. Wo war mein Mensch nur? War er nicht mehr in dieser Welt, oder mochte er mich nicht mehr. Auf jeden Fall hat er mich verlassen und das tut mir sehr weh. In diesem Heim, wollte ich nicht leben.

An das Hundelager musste ich mich erst gewöhnen. Trotzdem fraß ich so gut wie nichts.

An einem Samstag kam wieder mal ein Mensch, den ich nicht kannte, der mit mir spazieren gehen wollte. Ich habe den Mensch aber nicht beachtet. Der Spaziergang war sehr abwechslungsreich, wir sind so gar an einen Teich gegangen. Der Mensch sprach ständig mit mir und warf dann einen Stock ins Wasser. Na ja, ich bin rein gegangen und holte ihn raus. Der Mensch freute sich gewaltig. Ich tat ihm den Gefallen und holte den Stock noch ein paar mal raus. Ich hatte ja sowieso nichts Besseres zu tun. Danach habe wir uns noch ein wenig hin gesetzt und ich bekam was Leckeres zu essen. Eigentlich wollte ich ja nichts mehr essen, aber  ich habe mal ne Ausnahme gemacht.. Der Mensch sprach mich auf dem Rückweg immer wieder an, aber ich habe auf Durchzug geschaltet. Hat mich gar nicht interessiert. Letztendlich wurde ich dann wieder in die Box gebracht und war wieder alleine und achte an meinen eigentlichen Menschen.

Ich wartete auch am nächsten Tag wieder auf meinen geliebten Menschen, aber er kam auch an diesem Tag nicht. Stattdessen kam der Mensch vom Vortag wieder und nahm mich wieder mit. Diesmal war noch ein anderer Mensch dabei. Beide kicherten beim Spazieren gehen und waren ständig am sprechen. Ich wusste nun, dass es sich um weibliche Spaziergehmenschen  handelt.  Mich haben sie auch wieder an gesprochen. Ich habe aber wieder so getan, als würden meine Öhrchen nicht funktionieren. An der Wasserstelle angekommen waren die beiden weiblichen Gassimenschen nun extrem albern. Wie die sich freuten, nur weil ich ihnen ihren Stock wieder gebracht hat. Unglaublich.  Mit dem Leckerchen annehmen habe ich unter diesen Umständen nicht lange gezögert.

Irgendwann wartete ich dann nicht mehr auf meinen eigentlichen Menschen, sondern auf den Besuchsmenschen der immer wieder kam. Ich konnte nicht meckern. Die Spaziergänge waren ziemlich schön, diesen Stock aus dem Wasser zu holen, wurde auch irgend wann witzig und das Leckerchen schmeckte ja auch  gut. Schließlich freute ich mich über jeden Besuch von ihm. In meiner Behausung habe ich nach wie vor fast nichts gegessen. Alleine sein war traurig und in dem Zustand konnte ich nichts zu mir nehmen.

Ich freute mich jeden Tag auf die Besuchszeit und konnte es kaum abwarten mit meinem Gassimenschen zu gehen.

Eines nachmittags ging Baster mit uns spazieren. Ich habe ihn schon in seinem Zwinger ein paar mal gesehen. Baster ist dann  in dem Sommer mein Freund geworden. Wir sind immer zusammen gegangen, hin und wieder kamen auch noch andere Hunde mit und es war schön. Basti und ich waren glücklich mit unseren lieben Menschen wenigstens eine kurze Zeit verbringen zu können. Wir waren ein gutes Team, wir wälzten und gleichzeitig auf der Wiese und wir machten so gar unsere kleinen Stinkegschäfte nebeneinander. Die letzte Zeit haben wir dann nach dem Spazieren noch mit unseren und auch anderen Menschen auf der Terrasse gesessen, die zu dem Heim gehörte Es war sehr gemütlich. Wir hatten unsere Decken auf denen wir lagen, und freuten uns, einfach nur dabei zu sein und Streicheleinheiten von unseren und den anderen Menschen zu bekommen. Durch Basti wurden die Nachmittage aber noch schöner.

Die letzten Tage war es sehr kalt und wir mussten von unseren Menschen draußen auf der Terrasse zugedeckt werden. Vor allem der kleine Basti friert sehr schnell. Sein Fellkleidchen ist viel dünner als das meine.

Ich habe die Zeit außerhalb des Zwingers sehr genossen, aber dann wieder zurück gebracht zu werden, war sehr schwer und jedes Mal, wenn mein Mensch mich in den Zwinger brachte, bekam ich glasige  Kulleraugen und wurde traurig. Wenn wenigstens mein Freund Baster in meiner Nähe gewesen wäre. Wie sollte es nur mit mir weiter gehen. Einen Rottweiler will wohl niemand mit nach Hause nehmen.

Letzte Woche wurde in der Zeitung  berichtet, dass ich sehr unglücklich im Heim bin und dringend ein neues Zuhause suche. Gerade die vielen Feiertage, wie Weihnachten, machen die Tierheimhunde besonders einsam. Dann kam ein Interessentenmensch und  schaute mich an und obwohl ich sehr, sehr schön aussehe, sprach man von einer langen Nase und von zu wenig Muskeln. Ich wollte dann auch nichts von denen wissen. Am nächsten Tag  kam ein Menschenpaar, die mich ansahen und mit mir eine kleine Runde gegangen sind bevor mein Spaziergehmensch kam. Mehr Leute wollten mich, auf Grund dieser Anzeige  gar nicht erst sehen. Könnt Ihr Euch das erklären? Ganze 2 mal wurde ich angeguckt. Ich sehe gut aus und habe sehr wohl Muskeln und eine schöne Nase, ich bin ein guter Hund.

Dieses Menschenpaar kam noch mal wieder und hat mich ins Auto verfrachtet, oh weia….das ist immer nichts Gutes, dachte ich. Es wurde aber nichts Schlimmes da raus, nur ein Ausflug. Ich bin dann, als es dunkel wurde, wieder zurück in das Waisenheim gebracht.  Dann war wieder alles beim Alten.

Heute Morgen kam das Paar noch mal und hat wieder einen Ausflug mit mir gebracht. Ich müsste aber schon längst wieder zurück im Heim sein. Es ist schon lange dunkel. Noch nie war ich so lange weg. Alle Waisenhunde müssen bei Dunkelheit wieder zurück sein.

Die schlafen hier  alle schon und alles ist ruhig. Die haben bestimmt vergessen, dass ich noch hier bin. Ich glaube, wenn die mich jetzt nicht bemerken und ich es bis zum Sonnenaufgang schaffe, hier zu bleiben, müssen die ihre Behausung mit mir teilen.

Ich werde mich nicht bewegen um kein Geräusch zu machen und ich werde ganz leise denken. Ich möchte gerne hier bleiben. Zusammen mit den Menschen frühstücken. Ein treuer Begleiter sein, bis an mein Lebensende, „Eltern“ haben. Hoffentlich denke ich nicht zu laut. Ich glaube, ich schlafe lieber  und träume ganz leise…ich liege ja, wie gewohnt in meinem Körbchen. Das Menschenpaar hat  heute  komischerweise  mein Körbchen  mit hier her genommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 
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